Es kommt Bewegung in das Thema „Schulsozialarbeit“

Es kommt Bewegung in das Thema „Schulsozialarbeit“

Es kommt Bewegung in das Thema „Schulsozialarbeit“. Denn selbst nachdem sich dazu entschlossen wurde, die Förderung weiterlaufen zu lassen, ist längst nicht alles getan. Im Folgenden wollen wir Sie auf dem Laufenden halten und führen hier die Pressemitteilung der AG Jugensozialarbeit sowie die Stellungnahme von Herrn Halbach – Sprecher der Remscheider Grundschulen – auf:

Pressemitteilung der AG Jugendsozialarbeit: Die Schulsozialarbeit muss nahtlos weitergehen

„Durch die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, die Kommunen jährlich mit einer Milliarde Euro zu entlasten, ist die Weiterführung der zusätzlichen Schulsozialarbeit gesichert. Erforderlich ist nun schnelles Handeln, damit vorhandene Strukturen nicht zerstört werden und dann erst mühsam wieder aufgebaut werden müssen. Dadurch ginge wertvolle Zeit für die originäre Arbeit zugunsten der SchülerInnen verloren! Hintergrund: Die Finanzierung der Schulsozialarbeit durch den Bund im Rahmen der Bundesbeteiligung an den Kosten für Unterkunft und Heizung der kommunalen Grundsicherungsträger läuft zum 31. Dezember 2013 aus. Die Kommunen werden aber im Rahmen der Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes im Umfang von fünf Milliarden Euro jährlich von der Eingliederungshilfe entlastet. Bereits vor der Verabschiedung des Bundesteilhabegesetzes wird mit einer Entlastung der Kommunen in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr begonnen (Koalitionsvertrag Seite 88). Diese Mittel müssen über die Länder uneingeschränkt und zusätzlich an die Kommunen zur Sicherung und den potentiellen Ausbau der zusätzlichen Schulsozialarbeit weiter geleitet werden. Schulsozialarbeit übernimmt einen bedeutenden Beitrag dabei Kinder und Jugendliche zu fördern und soziale Benachteiligung abzubauen. Sie unterstützt die SchülerInnen in ihren Bedürfnissen und steht Eltern und LehrerInnen beratend zur Seite. Der Koalitionsvertrag sichert die Weiterführung der zusätzlichen Schulsozialarbeit. Wir appellieren an die Verantwortlichen in Politik und den Verwaltungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, noch in diesem Monat eine Übergangslösung für die lückenlose Fortführung der Schulsozialarbeit zu erarbeiten und umzusetzen. Es darf nicht geschehen, dass Netzwerke, Fachkräfte sowie geschaffenes Vertrauen wegbrechen und somit wertvolle Zeit für die originäre Arbeit zugunsten der SchülerInnen verloren geht! (Heinz–Rüdiger Hugo, Burkhard Kexel in Waterboelles – Kommunalpolitisches Forum für Remscheid)“

Stellungnahme des Sprechers der Remscheider Grundschulen Martin Halbach:

"Die Remscheider Grundschulen begrüßen es ausdrücklich, dass es eine Initiative über alle Fraktionen hinweg zum Erhalt der Schulsozialarbeit über den 31. März 2014 hinaus gibt. Gleichzeitig wird damit die Hoffnung verbunden, dass der Rat der Stadt Remscheid eine Lösung finden wird, die Schulsozialarbeit fortzuführen und somit die positiven Entwicklungen aus den vergangenen zwei Jahren Bestand haben. Die über das Bildungs- und Teilhabepaket (BUT) finanzierten SchulsozialarbeiterInnen haben in den vergangenen zwei Jahren einen nachhaltigen Beitrag dabei geleistet, Kinder und Jugendliche zu fördern und soziale Benachteiligungen abzubauen. Dies erfolgte nicht nur über die Unterstützung und Beratung bei der Inanspruchnahme von Leistungen aus dem BUT, sondern auch durch regelmäßige Angebote für Kindergruppen und Klassen. Diese waren und werden auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil zur Verwirklichung einer ganzheitlichen Bildung sein und können im Zusammenspiel verschiedener Professionen und unterschiedlicher Blickwinkel auf die Bedarfe des einzelnen Kindes abgestimmt werden. Die Schulsozialarbeiter nehmen hier eine wichtige Rolle ein, da sie in Umfang und Inhalt ein Bindeglied zu den Eltern darstellen, welches von der Schule so nicht zu leisten ist.
Aus Sicht der Remscheider Grundschulen ist es absolut notwendig, den präventiven Ansatz weiter fortzuführen und einen Schwerpunkt auch weiterhin bei den Grundschulen zu setzen. Wir sehen aber auch deutlich den Bedarf an einer Ausweitung des Angebots. Ein Blick in die Nachbarstadt Solingen zeigt: dort gibt es 20 Stellen für Schulsozialarbeit – in Remscheid nur 10 (wenn man Kompass dazu rechnet), in den Remscheider Grundschulen sind nur 5 Stellen eingerichtet, von denen derzeit nur vier Stellen besetzt sind. Das bedeutet bei dem bestehenden Bedarf, dass an den meisten Schulen nur an einem einzigen Tag in der Woche eine Schulsozialarbeiterin vor Ort ist. Dies zeigt überdeutlich, dass hier acht Stellen dringend notwendig sind, damit die „Brennpunktschulen“ in Remscheid jeweils eine volle Stelle bekommen. Die anderen Grundschulen könnten dann mit Rufbereitschaft abgedeckt werden. Vor dem Hintergrund der veränderten Kindheit und der immer mehr zunehmenden unterschiedlichen Aufgaben der Grundschulen ist die Stellenaufstockung auf acht Schulsozialarbeiterstellen zwingend geboten!

Fazit: Es darf nicht geschehen, dass durch das Auslaufen der Finanzierung Netzwerke, Fachkräfte sowie geschaffenes Vertrauen wegbrechen und somit wertvolle Zeit für die originäre Arbeit zugunsten der Schüler und Schülerinnen verloren geht! Der Projektstatus von Schulsozialarbeit muss ein Ende haben! Wir brauchen in Remscheid eine strukturell abgesicherte Schulsozialarbeit, die fest an einer Schule verankert ist und nicht länger für mehrere Schulen zuständig sein muss.

Ein erster Schritt auf diesem Weg ist die Verlängerung der Schulsozialarbeit für das Jahr 2014 und die Aufstockung auf 8 Schulsozialarbeiter. Diesem Schritt müssen aber noch viele weitere folgen, damit durch die Unterstützung von Schulsozialarbeit Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für alle Kinder unserer Stadt endlich verwirklicht werden kann!"

Beide sind zu finden im Waterboelles –  das Kommunalpolitische Forum Remscheids

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